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Ondřej Synek wird mit der Thomas-Keller-Medaille ausgezeichnet

Im Januar wurde von World Rowing der Gewinner der Thomas-Keller-Medaille 2025 bekanntgegeben. Die höchste Auszeichnung im internationalen Rudersport geht an den erfolgreichsten Ruderer aller Zeiten Tschechiens, Ondřej Synek.

Ondrej-Synek_Medaillensammlung

Ondřej Syneks internationalen Erfolge, seine vorbildliche Sportlichkeit und sein lebenslanges Engagement für den Rudersport prädestinieren ihn bestens für den Gewinn des Awards. Im Rahmen der LUCERNE REGATTA wird ihm die Medaille in einer feierlichen Zeremonie übergeben.

Während beinahe 20 Jahren war Ondřej Synek einer der auffälligsten Protagonisten der Ruderszene. Zuerst noch im Doppelzweier, ab 2005 dann im Skiff unterwegs. Nicht weniger als jeweils 5 Weltmeister- und Europameistertitel (wovon einer im Achter), zwei silberne und eine bronzene Olympiamedaille sowie 19 Weltcupsiege konnte er sich in sein Palmares schreiben lassen. Dies in einer Ära, welche von einer goldenen Generation von Skiffiers geprägt war: Olaf Tufte, Iztok Čop, Mahé Drysdale, Alan Campbell und Marcel Hacker bekämpften sich auf dem Wasser unerbittlich – und waren an Land zugleich alle gute Freunde.

Was bedeutet es Ihnen, zum Thomas-Keller-Medaillen-Gewinner für das Jahr 2025 auserkoren worden zu sein und diese im Rahmen der LUCERNE REGATTA am Rotsee in einer festlichen Zeremonie übergeben wird?
Das bedeutet mir sehr viel. Die Thomas-Keller-Medaille ist etwas, das man nicht einfach so gewinnen kann. Es ist ein langer Weg, sich diese Auszeichnung zu verdienen, und viele sehr erfolgreiche Ruderer erhalten sie nie. Für mich ist das ein grosses Privileg.

Die Gewinnerliste, in die Sie sich nun einreihen, enthält (beinahe) alle grossen Namen der internationalen Ruderwelt. Die stimmige «Gesellschaft» für Sie?
Das hoffe ich. Das glaube ich. Es sind viele meiner Vorbilder aus meiner Zeit als junger Ruderer dabei, aber auch viele meiner Freunde und Konkurrenten.

Titel und Medaillen gewinnen und Ehrungen erleben gehörten zu Ihrer Karriere. Fehlt Ihnen in Ihrem Palmares etwas?
Mir fehlt die olympische Goldmedaille. Das war etwas, das ich mir gewünscht habe, aber nie gewonnen habe – doch im Sport ist das ganz normal. Manchmal kann man eben nicht alles haben. Nach all den olympischen Finals war ich kurzzeitig traurig, aber dann wurde mir klar, dass Erfahrungen wichtiger sind als Medaillen. Und ich vermisse auf der Liste die Henley-Regatta und die Teilnahme daran.

Welches war das beste Rennen Ihrer Karriere?
Jedes Rennen, das ich beendet habe, war mit dem Gefühl verbunden, hart gearbeitet zu haben. Wir hatten viele harte Kämpfe – mit Mahé, Olaf und anderen. Das Finale der Weltmeisterschaften 2015 auf dem Lac d’Aiguebelette war eines der besten Rennen.

Die Olympischen Spiele 2020 wurden wegen Corona um ein Jahr verschoben. Was kam Ihnen in die Quere, dass es dann mit der Teilnahme an den vierten Olympischen Spielen nicht klappte?
Es war mein zwanzigstes Jahr als Ruderer, und ich war völlig ausgebrannt. Im Frühjahr vor den Olympischen Spielen konnte ich nicht an Wettkämpfen teilnehmen. Ich habe viele Ruderschläge gemacht, stand aber auf der Stelle. Körperlich ging es mir gut, aber mein Kopf sagte Nein. Ich beschloss, nicht nach Tokio zu fahren und meinen Startplatz an jemand anderen abzugeben. Im Nachhinein war das eine gute Entscheidung.

Im September 2021 erklärten Sie Ihren Rücktritt vom Spitzensport… und genau ein Jahr später wurden Sie im Rahmen der Weltmeisterschaft in Račice verabschiedet. In einer ganz speziellen Form?
Die Idee war, alle meine grössten Rivalen und auch Freunde einzuladen und ein letztes Rennen zu veranstalten.* Ich glaube, es war auch für die Fans schön, alle Akteure gemeinsam auf dem Wasser zu sehen. Wir haben es, glaube ich, alle sehr genossen.
*Ondřej Synek mass sich in einem Rahmenrennen über 500 m mit den alten Rivalen Olaf Tufte, Iztok Čop, Mahé Drysdale, Alan Campbell und Lassi Karonen.

Welches waren Ihre favorisierten Rudergewässer?
Luzern für Wettkämpfe und die Moldau in Prag zum Training. Ich mag auch den Lago di Livigno, wo ich schon viele Kilometer zurückgelegt habe.

Welcher Tätigkeit gehen Sie jetzt nach?
Ich arbeite bei Dukla Prag, einem professionellen Militärsportverein, als Head Coach der Ruderabteilung. Es handelt sich dabei eher um Managementaufgaben als um das eigentliche Traineramt, aber ich unterstütze gerne die Trainer und Sportler.

Gibt es nebst dem Rudersport Sportarten, die Sie betreiben?
Ich mag Sport im Allgemeinen. Skifahren, Radfahren, Laufen, Schwimmen, Eishockey und vieles mehr. Ich kann sagen, dass Sport zu meinem Lebensstil gehört.

Die Thomas-Keller-Medaille für die Tüchtigsten und Besten des Rudersports

Seit 1990 wird die Thomas-Keller-Medaille verdienstvollen Rudersportlerinnen oder- sportlern verliehen. Dabei gilt die Regel, dass dies innerhalb von fünf Jahren nach dem jeweiligen Karrierenende geschehen muss. Die Anforderungen sind hoch, um überhaupt für diese Auszeichnung in Erwägung gezogen zu werden. In den Regularien ist diesbezüglich zu lesen: „Jeder Wettkämpfer, der eine lange und erfolgreiche Ruderkarriere hinter sich hat und einen herausragenden Beitrag zum Rudern als Wettkämpfer und als Sportpersönlichkeit geleistet hat, kann für diese Auszeichnung berücksichtigt werden.“ Die Thomas-Keller-Medaille wird durch ein 8-köpfiges Komitee verliehen. Der Sohn von Thomas Keller, Dominik, steht diesem vor.  FISA-Präsident Jean-Christophe Rolland, Tricia Smith, Matt Smith, Thor Nilsen, Martin Cross, John Boultbee und Lenka Dienstbach-Wech sind die weiteren in die Wahl involvierten Komiteemitglieder.