Nach fünf Monaten im Amt: Vier Fragen an den neuen Geschäftsführer

Anlässlich der diesjährigen LUCERNE REGATTA durften wir darüber informieren, dass Timon Wernas ab August 2022 als neuer Geschäftsführer der einsteigt. Wir haben uns kurz vor Weihnachten die Zeit genommen, uns mit ihm über die ersten fünf Monate im Amt zu unterhalten und ihm vier Fragen gestellt.

Timon Wernas, vor knapp 5 Monaten hast du als Geschäftsführer der LUCERNE REGATTA angefangen. Wenn du deinen Einstieg mit 3 Worten beschreiben würdest, welche würdest du wählen?

Spannend, intensiv und lehrreich. Spannend sollte ja eigentlich jeder neue Job sein, bei dieser Stelle war es dann doch etwas spannender als erwartet, da ich keinen Vorgänger habe und es meine Stelle so noch nie gab. Das bei einer Organisation die es seit bald 120 Jahre gibt… Wo fängt man da überhaupt an? Wie definiere ich meine Aufgaben? Das waren (und sind teilweise nach wie vor) sehr spannende Überlegungen.

Intensiv da die Zeit bis zur nächsten LUCERNE REGATTA läuft (heute sind es noch etwas über 200 Tage) und es unheimlich viel zu lernen und zu verstehen gibt. Die Organisation einer Ruderregatta auf dem Niveau der LUCERNE REGATTA ist an sich bereits komplex, doch bei der bisherigen ehrenamtlichen Trägerorganisation haben sich viele Prozesse über viele Jahre so sauber eingestellt, dass die Vorbereitungsarbeiten sehr effizient ablaufen. Nur so war dies überhaupt so lange und in dieser Qualität möglich. Das bedeutet nun aber auch, dass Änderungen gut durchdacht werden müssen.

Lernreich, da ich nebst der LUCERNE REGATTA auch in einer Firma mitarbeite, die weitere grosse Sportveranstaltungen in Luzern organisiert. Da gibt es viele potenzielle Synergien und vor allem ein riesigen Erfahrungsschatz, von dem ich und damit auch die ganze Regatta profitieren kann.

Du hast es bereits angesprochen, du arbeitest bei der athletics sportconsulting GmbH (ASC), die auch die Geschäftsstelle von SwissCityMarathon Luzern und Luzerner Stadtlauf stellen. Wie läuft die Zusammenarbeit?

Es läuft wirklich gut, ich konnte mich sehr gut integrieren und habe hier ein sehr hilfsbereites Team vor Ort. Mit Reto Schorno (Geschäftsführer des Marathons) ist auch ein ehemaliges Vorstandsmitglied der LUCERNE REGATTA dabei, das bereits einiges über die Regatta weiss. Ich arbeite nicht mit einem vollen Pensum für die Regatta, und darf mich in der restlichen Zeit mit den weiteren ASC Veranstaltungen beschäftigen. So zählt der diesjährige Marathon sicher als eines meiner Highlights. Hier konnte ich ein erstes Mal miterleben wie es während eines solchen grossen Anlasses zu und her geht und wie das Team funktioniert.

Zurück zur LUCERNE REGATTA, wo liegt hier der momentane Fokus deiner Arbeit?

Ich habe mich in den ersten Wochen vor allem dem Kennenlernen der bestehenden Organisation gewidmet: Wo lagen bisher welche Verantwortungen? Wer war wofür zuständig? Wo lagen die wichtigsten Schnittstellen? Und natürlich lag ein grosses Augenmerk auf der Finanzierung. Der Verein ist in den vergangenen Jahren sehr sorgfältig mit den zur Verfügung stehenden Mitteln umgegangen und hat so eine solide Basis geschaffen. Nun geht es aber in einem ersten Schritt darum, die Professionalisierung auch nachhaltig zu sichern und weiter vor allem zusätzliche Mittel zu beschaffen um diese Professionalisierung auch langfristig zu finanzieren und die Weiterentwicklung der Regatta voranzutreiben.

Du sprichst von Weiterentwicklung? Was können wir 2023 und in Zukunft von der LUCERNE REGATTA erwarten?

In erster Linie wollen wir das weitermachen, was wir bisher hervorragend gemacht haben: die Ruder Weltspitze in Luzern am Start haben und packenden Rudersport bieten. Darüber hinaus dürfen wir uns aber als Event sicher noch weiterentwickeln, das Weltcup Weekend soll in Zukunft auch wieder vermehrt Menschen anziehen, die (bisher) keine eingefleischten Ruderfans sind. Sportlich ist die Inklusion von Para-Rudern zum Beispiel ein wichtiger Meilenstein um künftig wieder Internationale Grossanlässe durchführen zu können. Letzteres ist uns bleibt unser Ziel also führt keine Weg am Para Rudern vorbei. Während dies insbesondere für unsere Logistik am Rotsee eine grosse Herausforderung ist, bietet es auch unheimlich viele Chancen. Der Rudersport ist ein Sport für alle, da gehören Menschen mit Beeinträchtigungen mit dazu. Die letzten Ruder Weltmeistertitel in Luzern wurden 2001 vergeben. Mit den erfolgreichen Ruder-Europameisterschaften im 2019 haben wir gezeigt, dass wir für weitere internationale Meisterschaften bereit sind. Für weitere Konkrete Massnahmen ist es derzeit noch etwas früh, aber ich bin zuversichtlich, dass bereits 2023 einige Veränderungen am Rotsee spürbar werden. Es lohnt sich also auf jeden Fall vorbeizukommen.

Danke für deine Zeit!